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MARRAKESCH: 1001 Nacht

am
Februar 26, 2017

In Marrakesch war ich jetzt schon zum dritten Mal – normalerweise bin ich ja eher der „Immer was neues“-Reisetyp, aber die rote Stadt hat es mir irgendwie angetan. Vor allem weil ich jedes Mal nur recht kurz Zeit hatte. Mein erster Besuch war beruflich und solche Reisen reichen immer nur genau dafür so richtig Lust auf eine Destination zu bekommen (oder manchmal eben auch nicht).

Beim Zweiten Mal war es ein Mädelstrip –„50 shades of blonde“ in Marrakesch – drei Blondinen so blond, dass sogar in der hintersten Ecke im Souk die Sonne aufging und die Händler ihre Freude mit uns hatten – zu Beginn jedenfalls! Beim Verlassen der einzelnen Läden wurden wir meist als „Berber“ beschimpft weil wir so hart feilschten, was natürlich aber nur scherzhaft gemeint war. Angst muss man in Marrakesch grundsätzlich nicht haben – gepfiffen, gezischt wird jedoch viel und das ein oder andere Dutzend Kamele wird schnell einmal für einen geboten.

Bei meiner zweiten Reise haben wir eine Fahrt ins Atlasgebirge und durch ein paar Dörfer unternommen. Ich war in weiser Voraussicht mit 5 Kilo Süßigkeiten bewaffnet, um die Bergkinder zu bespaßen. Theresa und ich fanden übrigens jedes Kind, jeden Hund, Esel, Hirten, Huhn, Kamel, Stein und überhaupt eigentlich alles was uns auf dieser Fahrt begegnete unheimlich SÜSSSS!!!

Ich für meinen Teil kann diese Fahrt absolut empfehlen, auch wenn man nicht so auf süß steht – es ist irrsinnig interessant und es gibt unheimlich viel zu sehen. Vor allem das „Wüstenhotel“ aus lauter Zelten bestehend ist der Hammer, super romantisch und der perfekte Ort (um mir unter Sternenhimmel einen Heiratsantrag zu machen, oder) um der quirligen Stadt zu entkommen und die Ruhe zu genießen. Ein Besuch lohnt sich auch wenn man nicht dort übernachtet und nur zum Lunch oder Abendessen kommt. (Hier habe ich die beste Tajine ever gegessen.)

Bei meinem letzten Besuch in Marrakesch hatte ich übrigens meine Mama mit im Gepäck, weil ich ihr unbedingt diese Stadt zeigen wollte (und es einfach das perfekte Weihnachtsgeschenk war).

Um uns zu entspannen hielt ich den Besuch in einem Hammam für eine gute Idee – Hammam de la Rose – eine wunderschöne Wellnessoase und wahrscheinlich nur wenig mit einer traditionellen arabischen Badeanstalt zu vergleichen. So ein Hammam muss ich jetzt sagen, ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache – kurzzeitig dachte ich unsere ‚Wäscherin“ (Tellak) will mich ertränken. Die Massage hingegen war ein Traum – ich bin förmlich aus dem Spa geschwebt.

Da ich jetzt ja schon ein paar Mal in Marrakesch  war möchte ich nach dem ganzen persönlichen Blabla auch noch etwas Sinnvolles von mir geben – hier mal wieder mein perfekter Drei-Tage-Plan für Marrakesch (Do-So):

Tag 1 (Donnerstag):

Gleich nach der Ankunft Dirham abheben – ATMs findet man in der Abflughalle des Flughafens.

Wohnen: Ich persönlich ziehe ein Riad einem der großen Hotels vor – es ist meist viel zentraler gelegen, mitten im Geschehen, aber ist trotzdem eine Oase der Ruhe und Entspannung. Ein Riad trägt so viel mehr Charme und Marokko in sich – aber das sag ich jetzt vielleicht auch nur weil ich noch nicht in einem der großen Luxuspaläste, wie dem „La Mamounia“ („Sex in the City“ wurde nämlich eigentlich dort gedreht) oder dem „Royal Mansour“ (dessen Bibliothek sich per Knopfdruck zur Sternenwarte verwandeln lässt) gewohnt habe.

Wenn man in ein Riad kommt dann kann man dort nicht einfach schnell einchecken und dann gleich los – man muss erst einmal ankommen und das funktioniert am besten mit Minztee und süßem Gebäck.

Sehen und Staunen – Die Medina/der Souk: Die Medina ist die Altstadt, außerhalb der Altstadt gibt es noch mehr alte Stadt, die Kashba oder die Mellha zum Beispiel. Zwischen diesen drei Stadtteilen befinden sich der Djamâa el-Fna (der Platz der Geköpften – ich persönlich bevorzuge ja den Namen „Platz der Gaukler“) und der Souk (Bazar) mit unheimlich vielen kleinen Gassen, in denen sich ein Geschäft neben das andere reiht. (Die Mariahilfer Straße, ein Schas dagegen – Hier kann man sich wunderbar gut verlaufen!) Am besten orientiert man sich daran, dass der Souk in verschiedene Bereiche untergliedert ist. Es gibt den Souk für Schmuck, Textil und Lederwaren. Wenn man zum Keramik-Souk kommt, weiß man, dass der Platz der Gaukler nicht weit sein kann. Kommt man zu den Schuhen, muss man wieder in die andere Richtung zurück.

 

Der Djamâa el-Fna  ist ohnehin ein Thema für sich, ein Platz wie im Mittelalter, mit Geschichtenerzählern, Garküchen jede Menge Rauch und Magie –  sollte man sowohl tagsüber als auch abends gesehen haben. Ich würde empfehlen sich am ersten Nachmittag einen Überblick zu verschaffen, ein bisschen durch den Souk zu schlendern und den großen Platz zu erkunden. Wem der Trubel zu viel wird der kann auf eine der zahlreichen Dachterrassen flüchten und hier das Treiben von oben beobachten.

Gerne mag ich auch den kleinen Platz Rahba Lakdima in Mitten des Souks –hier gibt es im Café Épices herrlich erfrischenden Karotten/Orangen/Ingwer-Saft.

 

Zum Abendessen würde ich das Nomad empfehlen, ein Lokal mit wunderschöner Dachterrasse, aber auch nett zum Drinnen sitzen (falls die Temperaturen doch noch nicht so warm sind), mit marokkanischer Küche modern interpretiert. Mein Lieblingsgerichte: Karfiol/Fenchel-Salat mit gerösteten Mandeln und Erdbeeren als Vorspeise, Chicken Tajine Hrissa oder den Nomad Burger mit Lamm, Melanzani und karamellisierten Zwiebeln als Hauptgang (hier kann ich mich nicht entscheiden), als Dessert frische Früchte in einer Anis-Sauce.

Tag 2 (Freitag):
Frisch gestärkt fährt man am besten gleich früh morgens zum Jardin Majorelle (der Garten öffnet um 8 Uhr) hier ist noch wenig los und man kann in Ruhe den Garten erkunden. Der Jardin Majorelle ist nicht sonderlich groß und man hat schnell alles gesehen, aber trotzdem lohnt sich ein Besuch – alleine wegen des so typischen Kobaltblaus, das hier allgegenwertig ist und natürlich wegen Yves Saint Laurent. (Der Garten war einst Privatresidenz des Modemoguls.)

Eine Stunde Zeit reicht für den Besuch aus, dann stürzt man sich am besten wieder ins Getümmel und erkundet die weiteren Stadtteile, die Mellah (das jüdische Viertel) oder die Kashba zum Beispiel. Hier findet man auch den Bahia Palast, einen der schönsten Paläste Marrakeschs und bereits des Öfteren Kulisse erfolgreicher Hollywood-Filme.

 

Der Nachmittag eignet sich gut um ein bisschen zu relaxen, wer mag kann ein Hammam ausprobieren oder gönnt sich einfach nur eine ausgiebige Massage.

Mein absolutes Lieblingsrestaurant in Marrakesch ist das Jad Mahal, ein Show Restaurant mit Live Acts und wirklich tollen Sängern. Auch das Essen ist hier sehr lecker und das Tasting Menu (Marokkanisch und Asiatisch) sehr zu empfehlen. Nebenan gibt es gleich auch einen Club in dem anschließend noch weiter gefeiert werden kann.

Tag 3 (Samstag):

Wenn ich jetzt so nachträglich noch einmal Tag 1 & 2 lese klingt das alles eigentlich wenig anstrengend – allerdings ist die Stadt, durch die vielen Eindrücke sehr Kräfte raubend und der dritte Tage eignet sich ideal dafür mal aus der Stadt rauszukommen.

Hier hat man folgende Möglichkeiten:

  1. Die weiter oben schon kurz beschriebene Tour durch das Atlasgebirge und anschließender Lunch im Terre de Etoiles.
  2. Die Rückkehr ins Paradies (nein das ist jetzt nicht übertrieben – außerdem heißt das dort wirklich so): Der über zwei Hektar große botanische Garten ANIMA ist wirklich paradiesisch. Gestaltet und inszeniert von André Heller spaziert man hier zwischen üppiger Flora und zahlreichen Skulpturen vor der Kulisse des Atlasgebirges. Im Winter findet man hier bei gutem Wetter ein windgeschütztes Plätzchen um etwas Sonne zu tanken – an heißen Sommertagen verspricht der schattige Garten etwas Abkühlung. Wer seine Eintrittskarten übrigens online bucht kann den Shuttle-Service des Gartens vom Zentrum von Marrakesch kostenlos nutzen. (Ideale Besuchszeiten: um 09.00 mit dem Shuttle hin und um 12.00 Uhr wieder retour).

Wer sich nun an dieser Stelle sorgt wo das Shopping bei dieser Reise bleibt: Um den Souk kommt man ohnehin nicht herum, hier muss man immer wieder durch. Wer nicht so ein Freund des Feilschen und Handels ist und lieber auf ausgewählte Stücke steht für den eignet sich die Boutique Max & Jen, in der Rue Amsefah – hier findet man auch einige andere Geschäfte etwas abseits des Gewimmels.

Der Nachmittag eignet sich aber ideal um noch die letzten Mitbringsel oder Must-haves zu besorgen (z.B: Tische, Laternen, Keramikschalen – ja das hab ich alles schon aus Marokko heil nach Hause gebracht).

Abendessen sollte man noch einmal so richtig marokkanisch am besten eine Tajine und Cousous z.B. im Salam oder im Riad Si Said.

Fazit: Wahrscheinlich liebe ich Marrakesch einfach nur so sehr weil die meisten mich hier “fatima couscous“ nennen, was so viel heißt wie „pretty woman dancing among the stars in the night sky“ – also quasi Prinzessin! Schlussfolgernd bin ich Scheherazade aus Tausendundeine Nacht. Ob ich allerdings wirklich auf 1001 Nacht komme werden wir sehen aber ich komme wieder, das steht fest!

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Riads:

  • Riad Utopia
  • Riad Da Fakir
  • Riad Bliss

Snacks für Zwischendurch:
In der Rue Sidi Isshak kurz bevor der Obst & Gemüse Markt beginnt gibt es einen kleinen Straßenladen (die meistens Touristen würden sich hier wahrscheinlich nicht trauen etwas zu bestellen – naja ich bin da anders wenn ich Hunger habe). Hier habe ich eine Art Döner (die Marokkaner würden mich jetzt bestimmt schlagen, wenn sie wüssten dass ich dieses Gericht als Döner bezeichne) gegessen – soooo gut! Und auch auf dem Djemma el Fna kann man sich bei den Garküchen ohne Bedenken etwas zu essen kaufen – die Hygieneauflagen der Stadt sind hier sehr streng.

Cafés:

Restaurants:

Clubs:

Aktivitäten:

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Cornelia Krauskopf
WIEN

Hallo mein Name ist Cornelia und ich gestehe, ich bin ein Travelholic! Ich liebe Abenteuer, Trips zu planen, Plätze zu erkunden, atemberaubende Locations und Restaurants zu entdecken. Ich bin süchtig nach der perfekten Reise und hier möchte ich euch mitnehmen!

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